Freitag, 2. Januar 2009
Netzwerk für suchterkrankte Menschen
Sie befinden sich hier in dem "Blog", des suchthilfe-magazin.de. Dieser Blog ist neu und bemüht sich um alle Kommentare und Fragen, die rund um eine Suchterkrankung auftreten. Auf den Seiten des suchthilfe-magazin.de finden Sie eine Fülle von Informationen, über stoffgebundene Süchte und ihre Suchtmittel, aber auch über Verhaltenssüchte, wie Kaufsucht, Onlinesucht, Spielsucht, Sexsucht etc.
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Das verheisst ja einen guten Anfang. Wünsche Euch viel Erfolg
AntwortenLöschenOlli
Könnt ihr mir erklären was mir den guten Geschmack am Alkohol verdirbt ?
AntwortenLöschenEure Anfänge sind super, macht weiter so,ihr gebt bestimmt vielen eine Stütze!
AntwortenLöschenKrabbe
„I have a dream“ ... but it's still just a dream
AntwortenLöschenvon Wolfgang Schwalenstöcker
zunächst beschlich mich ein diffuses Unbehagen der Vermessenheit, als sich in mir die Absicht formte, zu meiner Stellung als Alkoholiker hier einige Gedanken zu äußern und Bezug zu nehmen auf die historischen Worte des Martin Luther King. Er meinte einen Traum, von der Gleichheit aller Menschen und ihrer Gattungen, einen Traum von gegenseitigem Respekt und Toleranz untereinander.
Ich habe es getan, ich habe diesen Bezug genommen auf das, was ich glaube, sagen zu wollen.
Martin Luther King meinte das selbsternannte Recht der Bevölkerung Amerikas mit „weisser Hautfarbe“ den Teil der Bevölkerung mit schwarzer Hautfarbe zu disqualifizieren und zu sanktionieren. Mit welcher Berechtigung? Mit der Ihrer Hautfarbe? Die Menschen Amerikas haben jüngst eine unglaubliche Antwort gegeben.
Die Parallele zu suchterkrankten Menschen, speziell meine ich Alkohiker und Drogensüchtige, sei hier erlaubt. Mit welchem Recht werden also diese „Spezies Menschen“ mit der Aura der „Asozialität“ ummantelt. Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) hat diese stoffgebundenen Süchte als Krankheit anerkannt. Laut DHS (Deutsche Hauptstelle Sucht) sind über 10 Millionen Menschen in Deutschland an solchen Süchten erkrankt und einer weiterer, sehr hoher Anteil gefährdet.
Woher nimmt sich also die Gesellschaft das Recht, eine solche Klassifizierung vorzunehmen. Mit dem Recht der Gesundheit, oder, weil Ihnen die Disposition zu einer Suchterkrankung fehlt. Ich wünsche mir eine „amerikanische“ Antwort . „But it’s still just a dream“
Für mich
* Ein Paradoxon ohnegleichen
* Eine Anmassung ohnegleichen
* Das Selbstverständnis einer Gesellschaft, der jedes Augenmass fehlt
Ein symptomatisches Beispiel, aus einer gesellschaftlichen Gruppierung, aus der ein solcher, wie nachfolgend geschilderter Vorgang, eigentlich keinesfalls zu erwarten gewesen wäre, habe ich im Rahmen meiner Arbeit an dieser Internet-Präsenz erlebt.
Es vegetiert eine grosse Zahl suchtkranker Frauen und Männer mitten unter uns. Wir sehen sie versammelt an Bahnhöfen, auf Parkbänken und sonstigen Treffpunkten.
Fakt ist, diese Menschen, wie einst ich, benötigen Hilfe, fachärztliche Hilfe. Zusammengefasst eine Therapie. Eine Therapie ist eine Kette von einzelnen suchtfachlich qualifizierten Massnahmen.
Dazu gehören:
* Eine Suchtberatungsstelle
* Der Hausarzt
* Die Entgiftungsklinik
* Eine Tagesklinik
* Eine Fachklinik für Suchtmedizin
* Eine Nachsorge
Mit den Suchtfachleuten dieser therapeutischen Institutionen habe ich Interviews geführt, um potentiellen Patienten ein Bild vom Wesen einer Therapie zu zeichnen. Ich bin auf wohlwollendes, breites Verständnis und Entgegenkommen für meine Arbeit gestossen.
Bis auf eine Ausnahme
Der Hausarzt.
Mein Hausarzt war mehrere Jahre lang Stationsarzt einer Klinik für qualifizierte Entgiftung. Dort habe ich ihn als einen die Krankheit akzeptierenden und verstehenden Mediziner kennengelernt. Ich habe freudig zur Kenntnis genommen, dass er sich als Arzt in meinem Wohnort niedergelassen hat. Ich habe ihn spontan zu meinem Hausarzt erkoren und ihn um ein Interview gebeten. Er hat es abgelehnt mit einer Begründung, die mit die „Nackenhaare kräuseln" ließ. Seine Klientel, seine Patienten also, so befürchte er, könne kein Verständnis dafür haben, wenn sich ihr Hausarzt auch für suchtkranke Menschen engagiere.
Ich möchte mich hier nicht missverstanden wissen:
* Zwar bin ich der Meinung, er hätte aufgrund seines Wissens um Suchterkrankungen so etwas wie Zivilcourage zeigen müssen
* Unter Aktivierung aller Fasern meiner Akzeptanzbereitschaft für seine Argumentation aber sehe ich den eigentlichen Skandal nicht in seiner Ablehnung, vielmehr in seiner Befürchtung einer existenziellen Bedrohung durch die Reaktion seiner Klientel.
Sie haben ähnliche Erfahrungen gemacht? Schildern Sie uns Vorfälle, die Sie als diskriminierend aufgrund Ihrer Suchterkrankung empfunden haben
Ein zentrales Anliegen unserer Arbeit ist es, Öffentlichkeit für Suchterkrankungen herzustellen. die Stigamtisierung von Betroffenen zu bekämpfen. Aus diesem Grunde haben und werden wir diesem Vorhaben einen breiten Raum widmen. Die Gründung
* des Solidarkreis-Sucht – gegen Ausgrenzung von suchterkrankten Menschen - soll uns dabei helfen und Sie animieren, sich solidarisch zu erklären.
* des Suchthilfe-TV
* des Suchthilfe-Webkatalog
* des Suchthilfe-Blog
* des Suchthilfe-Chat
* des Suchthilfe-Forum
sollen Werkzeuge und Foren für effeziente Öffentlichkeitsarbeit und Diskussionen sein.
Wie gesagt: „I have a dream“ „But it’s still just a dream“